580x164_Wahlkampftour_01Das lange Wochenende begann für die Spitzenkandidatinnen und Wahlkampfhelfer bereits um 5 Uhr 30 mit einer Betriebsbesichtigung bei GKN-Driveline in Offenbach und endete selten vor 22 Uhr. Doch die interessante Mischung aus Straßenwahlkampf und Gesprächsterminen hatte es an sich schon in sich und DIE LINKE kam mit ihren beiden Spitzenkandidatinnen Sabine Leidig und Christine Buchholz für Hessen und Offenbach auch sehr gut an bei den Leuten, sodass die langen Tage schnell vorbei flogen.

Am Freitag Morgen um halb sechs wurden also Spät- und Frühschicht von GKN mit Flyern eingedeckt und dann stand ein Gespräch mit dem Betriebsrat auf dem Programm. Das interessante Gespräch über die Situation in dem großen Autozulieferbetrieb wurde war in einem sehr freundlichen Klima geführt, wenn auch die Stimmung in den Offenbacher Betrieben durch die Wirtschaftskrise sehr schlecht ist. "Es ist nicht absehbar, wie es betrieblich weitergeht und wie viele Arbeitsplätze am Standort bleiben," meint Betriebsrat Markus Philippi.

Unverständlich, dass sich keine der anderen Parteien in den Betrieben überhaupt hat blicken lassen, denn hier bangen tausende Menschen um ihre Existenz. Es müssen dringend Lösungen gefunden werden, damit die Menschen nicht dort landen, wo DIE LINKE als nächstes erwartet wurde: Bei der Tafel in Offenbach.

Die hat nämlich nicht nur immer größeren Zulauf von inzwischen gut 200 Haushalten, die sich hier für wenig Geld mit dem Nötigsten versorgen können. Sondern auch die Tafel bekommt von der etablierten Politik null Unterstützung. "Die Politik will sich nicht eingestehen, dass es in Offenbach massive Armut gibt. Die Tafel ist ihnen schmuddelig," sagt die selbstbewusste Powerfrau und ehrenamtliche Organisatorin der Tafel, Frau Sparr. Sie hat das Projekt aus eigener Initiative heraus gestartet und ist nun die ganze Woche ehrenamtlich

unterwegs: Essen einsammeln, einlagern, portionieren, ausliefern und das rund um die Uhr in Frankfurt und im Kreisgebiet Offenbach. "In Frankfurt habe ich Unterstützung und da ist das mit der ARGE auch besser. Die Stadt Offenbach hat nur das Gesundheitsamt auf mich gehetzt - Unterstützung Fehlanzeige. Die gibt es nur von der LINKEN, denen ich schon deshalb ganz fest die Daumen drücke." So geht die Diätenerhöhung des linken Bundestagsabgeordneten Werner Dreibus komplett an die Tafel, die sich hiermit wenigstens einen Lagerraum leisten kann. Auch Frau Sparr hofft deshalb auf mehr als 8 Prozent für DIE LINKE in Hessen - die Grenze, ab der auch der hessische Listenplatz 4, Werner Dreibus, wieder im Bundestag vertreten wäre.

Nach einem kurzen Frühstück ging es dann weiter in der Fußgängerzone von Offenbach. Die anwesenden LINKEN Stadtverordneten, die Landtagsabgeordnete Barbara Cárdenas, der stellvertretende Landesvorsitzende Manfred Coppik und natürlich die Spitzenkandidatinnen standen für Rede und Antwort zur Verfügung.

Mehrere Stände, ein großes Zelt mit Musik und Diskussionsbeiträgen, Aktionen und Straßentheater sorgten bis in den späten Abend für großen Zulauf, so dass nicht nur über 1000 Luftballons, Zeitschriften und Infomaterialien weg gingen: Mehrere Neueintritte, spontane Wahlkampfhilfe und ein bisher nicht gekanntes Interesse am Wahlprogramm zeigen, dass DIE LINKE in immer breiteren Schichten der Gesellschaft mit ihren Botschaften ankommt.

Am Samstag ging die Offenbacher Wahlkampftour dann gleich durch mehrere Städte im Kreisgebiet: Morgens besuchte die Tour mit Christine Buchholz für einige Stunden den Marktplatz in Egelsbach und Neu-Isenburg. Um 13 Uhr stand dann die Teilnahme mit Lautsprecherwagen und vielen Genossinnen und Genossen an der Demonstration gegen die menschenfeindliche Abschiebepraxis durch Landrat Peter Walter an: Gut 200 Demoteilnehmer zogen durch die Innenstadt, vorbei am Abschiebegefängnis bis zur Abschlusskundgebung am Sitz der so genannten "AG Wohlfahrt". Diese Arbeitsgemeinschaft aus Polizei und Ausländerbehörde operiert in einer rechtlichen Grauzone mit brutalen Methoden, indem sie vor allem staatenlose Palästinenser kriminalisiert und in Nacht und Nebel Aktionen abgeschiebt. Das Bürgerbündnis machte deutlich, dass Abschiebungen von Menschen in Kriegs- und Krisengebiete eine Verletzung der Menschenwürde darstellen und dass man solange weiter protestieren werde, bis die menschenverachtende Arbeit der AG Wohlfahrt endlich eingestellt wird.

Galerie:

AddThis