Sabine Leidig: Offener Brief an die WahlkämpferInnen der LINKE. Hessen.
Liebe Genossinnen und Genossen, am 25. März bin ich auf der Vertreterversammlung der hessischen LINKEN auf Platz 1 der Landesliste für die Bundestagswahl nominiert worden, im Mai wurde ich zusätzlich als Direktkandidatin für den Wahlkreis 187 (Odenwald) aufgestellt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben!
Ich will, dass ihr möglichst viel und direkt von eurer Kandidatin mitbekommt und wünsche mir Rückmeldungen. Damit wir uns besser kennenlernen können, komme ich sehr gerne in eure Kreisverbände - denn Offenheit, Austausch und ein freundlicher Umgang sind mir wichtig
Ich freue mich auf viele spannende politische Diskussionen miteinander und einen erfolgreichen Wahlkampf mit und für DIE LINKE!
Herzliche Grüße
Eure Sabine Leidig
Persönliches:
Allen, die noch nichts über mich wissen, möchte ich mich kurz vorstellen:
Ich bin Jahrgang 1961, aufgewachsen in und um Heidelberg, wo auch meine politischen Wurzeln liegen: in einer ökumenischen Musik-Theater-Jugendgruppe, die soziale Verhältnisse kritisch und kreativ beleuchtet hat. Ich habe einen erwachsenen Sohn und bin verheiratet.Zunächst habe ich als Biolaborantin im Deutschen Krebsforschungszentrum gearbeitet, war Jugendvertreterin und später Personalrätin. Seit 1979 auch aktive Gewerkschafterin - engagiert in Bildungs-, Kultur-, Frauen-, Antifa- und Friedensarbeit.
Danach war ich 10 Jahre lang beim DGB Baden-Württemberg: Zunächst als Jugendbildungsreferentin, dann von 1996 bis 2002 als DGB-Regionsvorsitzende in und um Karlsruhe.
Derzeit bin ich Geschäftsführerin im Bundesbüro von Attac (www.attac.de) und engagiere mich gegen Privatisierung von Rente, Gesundheit, Bildung oder Bahn, für globale soziale Rechte und gegen die Agenda 2010. Für fairen Handel, gegen die Entfesselung der (Finanz-) Märkte und für demokratische Kontrolle der Wirtschaft. Diese Arbeit werde ich im August beenden und mich dann ganz auf die LINKE und einen guten Wahlkampf konzentrieren.
Ich bin sehr froh, dass Constanze Lehr vom Kreisverband Frankfurt mich ab sofort intensiv im Wahlkampf unterstützt! Für Fragen und Anregungen könnt ihr sie unter folgender Internetadresse erreichen:
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Der Wahlkampf hat begonnen:
Zu Besuch in Kreisverbänden - zur Vorstellung und im Europawahlkampf habe ich schon viele Genossen und Genossinnen kennenlernen und interessante politische Diskussionen führen können. Natürlich haben wir uns auch über kommende Aktivitäten für unseren erfolgreichen Bundestagswahlkampf verständigt.
Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden - haben bereits einige stattgefunden:
Am 24. Juni das "Zukunftsforum Mobilität" zu dem die hessische Landesgruppe des VDV eingeladen hatte. Das ist der Verband der öffentlichen Nahverkehrsunternehmen; ein Sektor, an dem etwa 400.000 Arbeitsplätze hängen - mehr als an der Automobilindustrie. Der VDV hat eine Studie vorgestellt, die sehr nachvollziehbar den künftigen Finanzierungsbedarf auf rund 10 Milliarden Euro jährlich beziffert. Aber: die Finanzierung durch die Regionalisierungsmittel läuft im Jahr 2014 aus. Wenn dieser zentrale Bereich öffentlicher Infrastruktur weiterentwickelt werden soll (was für einen ökologisch-sozialen Umbau der Wirtschaft nötig ist), dann braucht es mehr Steuereinnahmen. Und dafür bietet DIE LINKE als einzige Partei konkrete Vorschläge an.Am 26. Juni: eine Podiumsdiskussion im Schulzentrum Marienhöhe, die vom dortigen Politik-Leistungskurs prima vorbereitet und gestaltet worden war (über den kleinen rote Wimpel am Hemd vom einem der jungen Moderatoren habe ich mich besonders gefreut).
Am 6. Juli hat eine ähnliche Veranstaltung der Albert-Einstein-Schule im Bürgerhaus in Groß-Bieberau stattgefunden „Politik-Leistungskurs bestellt fünf Bundespolitiker zum Rapport"
Am 6. Juli: Ein Gespräch mit zwei Verantwortlichen aus der Geschäftsführung der Verbraucherzentrale Hessen (www.verbraucher.de) Dort war ich zusammen mit Marjana Schott, die als Landtagsabgeordnete u.a. für das Thema Verbraucherschutz zuständig ist. Auch hier ist deutlich geworden, wie dramatisch sich der zu erwartende Rotstift bei öffentlichen Ausgaben auswirken wird. Wenn die Zuschüsse nicht erhalten und angepasst werden, kann diese wichtige Arbeit nicht aufrecht erhalten werden.
Am 13. Juli schließlich hatte ich ein sehr anregendes Gespräch mit Herrn Hardt, dem Präsidenten der hessischen Kammer der PsychotherapeutInnen und einem weiteren Vorstandsmitglied. Wir waren uns schnell einig, dass die entfesselte Gesundheitswirtschaft (Zitat Roland Koch: „Der Gesundheitsmarkt ist eine zentrale Wachstumsbranche") eine kranke Sache ist. Die Gäste haben das mit anschaulichen Beispielen aus ihrer Praxis belegt. Notwendig ist ein erweiterter Gesundheitsbegriff und eine öffentliche Debatte unter dem Motto „Gesundheit ist keine Ware!". Bezogen auf die schädliche Werbemaschinerie der Nahrungsmittelkonzerne oder auf krankmachende Arbeitsverhältnisse müsste das Verursacherprinzip eingeführt werden ... Die Arbeit an einem Präventionsgesetz bietet dazu Anlass. Interessant dazu das Referat von Jürgen Hardt zur Podiumsdiskussion „Der kranke Mensch - Kostenfaktor oder Patient?" vom 5.11.08
Dafür stehe ich:
Ein Systemwandel ist nötig. Hin zu einer demokratischen Ökonomie, die am Wohl aller - am Gemeinwohl orientiert ist; die Mensch und Umwelt ins Zentrum stellt und nicht den Profit.
Angesichts der Weltwirtschaftskrise sind Schutzschirme für die Menschen nötig:
Für die hart betroffenen Volkswirtschaften im globalen Süden müssen Soforthilfen bereit gestellt und Kapitalverkehrskontrollen installiert werden.
Mit Steuergeld dürfen nicht Konzerne, sondern müssen die Menschen unterstützt werden.
Die Verarmungsprogramme Hartz IV und "Rente mit 67" müssen weg. Stattdessen braucht es Einkommenssicherheit für alle: armutsfeste Mindestlöhne und ausreichende Sozialtransfers.
Damit Klima und Natur nicht unter die Räder kommt, müssen alle Konjunkturmaßnahmen einen „Öko-Check" bestehen, der garantiert, dass der notwendige ökologische Umbau der Wirtschaft gefördert wird. Dazu ist Industrie- und Strukturpolitik nötig und Konversionsprogramme, damit die Beschäftigten bald zukunftsfähige Produkte bauen und nicht auf der Straße stehen.
Umfassende staatliche Investitionen in Bildung, öffentliche Infrastruktur und Klimaschutz sind notwendig!
Die Verantwortlichen zur Rechnung ziehen:
Die nach wie vor gigantischen privaten Geldvermögen müssen zur Bewältigung der Krise herangezogen werden - nach dem Verursacherprinzip müssten die Reichen und Profiteure zahlen.
Gleichzeitig muss auch eine öffentliche Aufarbeitung der Ursachen der Welt-Finanz-(und Wirtschafts-)Krise stattfinden. Manager, Berater, Politiker und Experten, die neoliberale Glaubenssätze gepredigt haben, dürfen nicht einfach an der Macht bleiben.
Das Casino schließen - die Banken unter Kontrolle bringen!
Das Schattenbankensystem aus Hedgefonds, Zweckgesellschaften und anderen unregulierten Finanzakteuren muss verboten werden!
Die längst überfällige Finanztransaktionssteuer ist unverzüglich einzuführen, um Spekulation und Kurzfristorientierung der Finanzmärkte zu reduzieren.
Als Schlüsselbranche im Kapitalismus gehören die Banken unter öffentliche Kontrolle. Das heißt nicht, nur bankrotte Institute zu verstaatlichen. Es geht vielmehr darum, dem gesamten Sektor sinnvolle Regulierung aufzuzwingen. Daneben muss das öffentliche und genossenschaftliche Bankensystem gestärkt werden. Banken, die mit Steuergeldern „gerettet" werden, müssen an neue Geschäftsbedingungen gebunden werden: keine Aktivitäten in Steueroasen, ausreichend Eigenkapital, volle Transparenz, keine Investments in ökologisch oder ethisch fragwürdige Projekte (wie Nahrungsmittelspekulation), Mitbestimmung der Beschäftigten u. ä.





