Lafontaine in Frankfurt: Grandios!

Mit Musik, einer schnellen Folge kommunalpolitischer Beiträge aus dem Rhein-Main-Gebiet und einem brillanten Oskar Lafontaine startete DIE LINKE ihren Kommunalwahlkampf für Süd-Hessen äusserst erfolgreich. Denn obwohl die Stadt Frankfurt die Plakatierung zur Veranstaltung rechtswidrig entfernt hatte, war der größte Saal Frankfurts gerade groß genug und mit 700 Gästen voll ausgelastet. Denn auch die politisch Verantwortlichen in Frankfurt können nicht verhindern, dass Oskar Lafontaine die Menschen wie kaum ein anderer Politiker der Republik magnetisiert und erreicht.
Eröffnet wurde die Veranstaltung vom langjährigen Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Frankfurter Römer, Lothar Reininger, der in einer kämpferischen Rede vor allem die Vision eines Frankfurt als sozialer Stadt darstellte. Schwarz-Grün habe vor allem in der Wohnungs- und Haushaltspolitik versagt. "Das größte Problem in Frankfurt ist und bleibt bezahlbarer Wohnraum. Aber Schwarz-Grün spekuliert lieber an den Finanzmärkten, statt hier zu investieren. Und Schwarz-Grün reißt sogar ganze Quartiere mit bezahlbaren Wohnungen ab, um immer neue Luxusquartiere zu bauen. Was wir statt dessen dringend brauchen sind vernünftige Investitionen für mehr Lebensqualität und bezahlbaren Wohnraum."
Anschließend stellten 6 Frauen aus dem gesamten Rhein-Main Gebiet die kommunalpolitischen Schwerpunkte ihrer Arbeit vor. Zum ersten Mal startet DIE LINKE Hessen einen eigenen Frauenwahlkampf, um der gesellschaftlichen Benachteiligung von Frauen etwas entgegen zu setzen. Dass Frauen zum Beispiel ein Viertel weniger Lohn für die gleiche Arbeit bekommen, als ihre männliche Kollegen, ist ein gesellschaftlicher Skandal. Viel Applaus gab es deshalb für kämpferische Frauen und ihre Arbeit vor Ort: Kampf gegen Sozialabbau durch die sogenannte Schuldenbremse, Erhalt und Ausbau des Gesundheitssystems, dringende Verbesserungen in der Bildungspolitik, Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung und natürlich für soziale Verbesserungen für alle Menschen.
Anschließend war es dann soweit: Unter großem Applaus betrat Oskar Lafontaine den Saal, ging sogleich auf die Bühne und zog die Gäste bereits nach wenigen Minuten in seinen Bann. Seine gut einstündige Rede wurde mehrfach von lang anhaltenden Applaus und Oskar und Jubelrufen unterbrochen. So zum Beispiel, als er die Menschen aufforderte, sich mit der Menschenrechts- und Demokratiebewegung Nordafrikas zu solidarisieren. "Überall dort, wo Menschen gegen Unterdrückung aufstehen, müssen wir den Kampf für Freiheit und Demokratie unterstützen. Wir fordern die westlichen Staaten auf, endlich ihre Waffenlieferungen und Unterstützung der Despoten dieser Welt einzustellen.
Zudem setzte sich Lafontaine mit der Schuldenbremse und dem Finanzsystem auseinander. "Solange das Finanzsystem nicht demokratisch kontrolliert und vom Kopf auf die Beine gestellt wird, ist eine Schuldenbremse doch ein schlechter Witz. Das, was nötig wäre, bringen Schäuble, Merkel, Sarkosy oder Obama nicht zu Stande. Sie alle wollen nicht an der Macht der Banken rütteln und berauben statt dessen den Staat seiner letzten Handlungsmöglichkeiten."
Nach gut einer Stunde gab der gesamte Saal stehenden Applaus und verabschiedete sich von dem Mann, der wie kein anderer der Politik in Deutschland seine Handschrift gegeben hat. Auffallend bleiben an diesem Abend vor allem zwei Dinge. Erstens, dass sehr viele junge Menschen den Weg zur Veranstaltung gefunden hatten und zum Teil noch lange nach deren Ende in Diskussionsrunden zusammen standen. Und zweitens, das Oskar Lafontaine scheinbar gelassener als jemals zuvor tiefgründiges Wissen und spitze Pointen gegen den politischen Gegner miteinander zu kombinieren verstand. So macht Wahlkampf richtig Spass!
Bilder:

Videos:
Teil 1 und 2
Medien:
Frankfurter Rundschau: Zugpferd Oskar
nh24: Lafontaine kämpft für Hessens Linke







