Kleine Brötchen und Würstchen für unsere Rentner? Nicht mit uns!
Mittwoch, den 16. Juli 2008
Die Informationsstände des Kreisverbandes DIE LINKE. Limburg-Weilburg gehören inzwischen zum gewohnten Bild der Fußgängerzone in Limburg. So auch am Samstag, dem 21. Juni, als man auf die Rentenproblematik aufmerksam gemacht hat.Heiß wie die Würstchen, die der Wahlkampfleiter Harry Heer erhitzte, war das Thema der Aktion: „KLEINE BRÖTCHEN UND WÜRSTCHEN FÜR UNSERE RENTNER? NICHT MIT UNS!“
Zur Verstärkung dieser Aussage wurden „Minibrötchen mit winzigen Würstchen“ an die Passanten und Standbesucher verteilt und als „Merkel-Burger passend zur Niedrigrente,“ von den Helfern angeboten, was viel Schmunzeln über die gelungene Aktion auslöste.
Doch der Hintergrund der Aktion war ein ernster: Preissteigerungen für
Energie- und Nahrungsmittel führen dazu, dass Rentnerinnen und Rentner mit ihren oft niedrigen Renten ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können und verarmen. Eine Armut, die auch zusammen mit Familien- und Kinderarmut auftritt und eines reichen Landes, wie Deutschland es noch immer darstellt, unwürdig ist.
Eine Frau beklagt: „ Mit meiner Witwenrente, 60 % der Niedrigrente meines verstorbenen Mannes, kann ich meine Ausgaben nicht mehr begleichen. An Urlaub oder an „mal was Neues kaufen“ ist gar nicht zu denken. Ich bin arm geworden,“ sagt sie und ihre Augen wurden traurig, als sie um ein weiteres Brötchen bat.
Viele Betroffene bestätigten: Die Rente reicht „hinten und vorne“ nicht mehr. Die Teuerung bei Lebensmitteln und Energie, die Mehrwertsteuererhöhung, die nicht nur gefühlte, inzwischen als 1 zu 1 Umzeichnung der Warenpreise (DM in Euro) und die oft den Wert der Briefmarke auf den Rentenbescheiden nicht überschreitenden Beträge der Rentenerhöhung, machen uns mehr und mehr zu schaffen. Tafeln und Sozialkaufhäuser sehen Betroffene nicht als Lösung an, denn auch die Würde armer Menschen sei unantastbar und durch das Grundgesetz geschützt.
Auch war man mit dem Kreistagsabgeordneten der Linken – Reimund Benack – der Meinung, dass die „Rente mit 67“ wieder abgeschafft werden muss. Viele erreichten dieses Rentenalter erst gar nicht, wären krankheitsbedingt schon früher berufsunfähig und durch immer größer werdenden Leistungsdruck,
Flexibilitäts- und Behauptungsstress zermürbt und von ihren Arbeitgebern verschlissen.
Der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes – Michael Bauser - brachte es auf den
Punkt:
„Wir lassen Rentner nicht im Regen stehen. Wir brauchen Regelungen, die auch ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen. Renten müssen jährlich mindestens um den Inflationsfaktor erhöht werden, damit die ständigen Preissteigerung bei den Lebenshaltungskosten ausgeglichen werde können,“ forderten Betroffene und die Aktivisten der LINKEN.
Für Soziale-Gerechtigkeit werden wir auch weiterhin kämpfen. Deshalb wird der Kreisverband auch die Schulfondkampagne des hessischen Landesverbandes und die Rentenkampagne der Bundespartei rückhaltlos unterstützen und im EU- und Bundestagswahlkampf Themen wie Gentechnik (Samenfeste Sorten) und erneuerbare Energien aufgreifen.
Reimund Benack, Kreistagsabgeordneter Limburg-Weilburg.
Bilder:


Photos by Manfred Bawolski und Valentin Batlle Heger






