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Bildung
Dienstag, 16. Dezember 2008
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Die Entwicklungsmöglichkeiten einer und eines Jeden hängen heute mehr denn je vom freien Zugang zu Informationen und Wissen ab, ebenso wie von der Möglichkeit, sich zu bilden und an der Kultur dieser Gesellschaft teilzuhaben. Bildung ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht. DIE LINKE. Hessen fordert seine Verwirklichung für alle. Es geht um eine andere, demokratische, sozial gerechte und emanzipatorische Bildung – von Anfang an und ein Leben lang. Das Bundesland Hessen und seine Regierung werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Im jetzigen Bildungssystem werden bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten durch mangelnde individuelle Förderung, frühzeitige Auslese und soziale Ausgrenzung verstärkt. Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien und aus Familien mit Migrationshintergrund gehören von vorneherein zu den Verlierern. Das hessische Bildungswesen mit seiner mehrgliedrigen allgemeinbildenden Schule und der Selektionsmöglichkeit von Schul»versagern« steckt in einer tiefen Krise. Auch die berufliche Bildung wird immer weiter abgehängt. Wir fordern: eine sozial gerechte und demokratische Bildungsreform jetzt! Alle fördern und Keinen »sitzen lassen« statt Selektion und Auslese! Eine sozial gerechte Bildung für Alle kann nur in gesellschaftlicher Verantwortung bei umfassender Förderung und ausreichender Finanzierung durch die öffentliche Hand gewährleistet werden. DIE LINKE. Hessen wendet sich deshalb gegen eine Privatisierung und Ökonomisierung des Bildungswesens und den Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung.
Wir wenden uns insbesondere gegen eine »betriebsradikale« Umstrukturierung von Schulen im Rahmen der so genannten »Neuen Verwaltungssteuerung« (NVS), die an Kennziffern orientierte Input-Output-Rechnungen zur Grundlage hat, Kostensenkungsaspekte in den Mittelpunkt rückt und die Schulen in eine scharfe Konkurrenz zueinander setzt. Bildung beginnt und endet nicht mit der Schule. Wir fordern eine gesetzliche Ausbildungsumlage in der beruflichen Bildung, die Einführung einer elternunabhängigen, repressionsfreien Grundsicherung für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende, die Einführung eines Bundesgesetzes zur Weiterbildung, die Ausweitung von Mitbestimmungsmöglichkeiten für Lehrende und Lernende sowie die Sicherstellung einer kritischen Wissenschaft in gesellschaftlichem Interesse. Wir streiten für ein durchlässiges Bildungswesen, das die gesamten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Lernenden in den Blick nimmt. Übergänge von einer Bildungsstufe in die nächst höhere müssen an jedem Punkt der Schulkarriere möglich sein. Der Wechsel von der Berufs- zur Hochschulbildung ist zu erleichtern, erworbene berufliche Qualifikationen sind dabei anzuerkennen.
Eine nachfrageorientierte Steuerung, bei der Lernende auf die Rolle von Kundinnen und Kunden reduziert und die Bildungsprozesse zunehmend individualisiert werden, lehnen wir ab. Bildung ist ein öffentliches Gut. Bildung muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gestärkt und nicht abgebaut werden. Zugang zu Bildung muss allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen und ethnischen Herkunft sowie unabhängig vom Geschlecht offen stehen. Darum: Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Weiterbildung. Linke Bildungspolitik betrachtet Bildung nicht unter der herrschenden ökonomischen Verwertbarkeitslogik. Bildung soll nicht ausschließlich die Menschen dem sich wandelnden Arbeitsmarkt anpassen, sondern sie in die Lage versetzen, die gesellschaftliche Entwicklung aktiv mitzugestalten und ihre Qualifikation auch als Potenzial für gesellschaftliche Veränderung zu begreifen. Mehr Demokratie soll auch in die Schulen einziehen. Die konsequente Drittelparität in den Schulkonferenzen wäre ein wichtiger erster Schritt dazu. Gute Arbeitsbedingungen für die Lehrenden sind eine wesentliche Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Bildung. Das bedeutet, für tarifliche Absicherung und die Stärkung ihrer Interessenvertretungen einzustehen. Wir treten für ein Bildungssystem ein, das Alle entsprechend ihrer Fähigkeiten fördert und niemanden benachteiligt. Eine Privatisierung von Hochschulen, Instituten und öffentlichen Forschungseinrichtungen lehnen wir grundsätzlich ab.











